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Saisonausblick 2026/27: Löhne I als Favorit, Löhne II im Mittelfeld

Die Weichen für die neue Runde sind gestellt. Im Online-Ergebnisdienst stehen die Ligen für die Saison 2026/27 bereit, und die Schachgemeinschaft Löhne geht erneut mit zwei Mannschaften an die Bretter. Nach einem Jubiläumsjahr, in dem der Verein sein 80-jähriges Bestehen unter anderem mit einem viel beachteten Simultan der Großmeisterin Melanie Lubbe feierte, richtet sich der Blick nun wieder auf die Mannschaftskämpfe – und die beginnen mit klaren Vorzeichen.

Dag Grothe übernimmt das Spitzenbrett in der zweiten Mannschaft

Ausgangslage: zweimal auf dem Treppchen

Die abgelaufene Saison 2025/26 hatte beide Teams aufs Podest gebracht. Löhne I wurde in der Bezirksliga Zweiter, Löhne II in der Bezirksklasse Dritter. Zwei ordentliche Platzierungen – die aber sehr verschieden zu bewerten sind: Für die Erste war Rang zwei eine kleine Enttäuschung, für die Zweite Rang drei eine positive Überraschung. Genau daraus ergeben sich die Erwartungen für die neue Spielzeit.

Löhne I: als Favorit in der Bezirksliga

Die Aufstellungen sind da – und sie untermauern die Favoritenrolle der Ersten. Mit einem Wertungszahlen-Schnitt von 1806 stellt Löhne den stärksten Kader der zehn Bezirksliga-Teams; der ärgste Verfolger auf dem Papier und Absteiger aus der Verbandsklasse, Enger-Spenge II, liegt mit 1775 rund 30 Punkte dahinter.

Das Kräfteverhältnis nach DWZ-Schnitt (Bezirksliga Porta 2026/27):

1. SG Löhne – Ø 1806
2. SG Enger-Spenge II – Ø 1775
3. Proleter Westfalen – Ø 1745
4. SV Bad Oeynhausen II – Ø 1739
5. SG Bünde IV – Ø 1735
6. SV Rochade Rödinghausen I – Ø 1735
7. Herforder SV Kö.Spr. III – Ø 1720
8. SG Hücker-Aschen II – Ø 1699
9. SV Oetinghausen I – Ø 1695
10. SG Bünde V – Ø 1692

Ganz einfach wird es dennoch nicht, denn drei alte Bekannte sind dabei, an denen sich die Erste im Vorjahr die Zähne ausbiss: Proleter Westfalen (Heimniederlage), Rochade Rödinghausen (klare Niederlage) und Bünde IV (Remis). Gerade diese direkten Duelle dürften erneut über den Aufstieg entscheiden.

Personell tritt Löhne geschlossen an. Am Spitzenbrett steht Jacek Switka (1803), dahinter der ratingstärkste Löhner Karl-Heinz Loschinski (1877), gefolgt von Wolfgang Salzwedel (1845), Viktor Teichrib (1842), Thomas Usling (1836) und Ralf Blome (1824) – ein bärenstarkes oberes und mittleres Drittel. An den hinteren Brettern stehen Alexander Rodermann (1740) und Vorjahres-Topscorer Ian Philip James Mantle (1682), der mit 7 aus 9 eindrucksvoll gezeigt hat, dass die DWZ nicht alles ist. Als Ersatz steht mit Manuel Rüter (1573) der bisherige Mannschaftsführer der Zweiten bereit – ein Zeichen dafür, dass die dünne Personaldecke die beiden Teams enger zusammenrücken lässt.

Das Fazit für Löhne I ist eindeutig: Tritt die Mannschaft in jeder Runde in Bestbesetzung an und kann die Papierform auch am Brett abrufen, ist der Aufstieg möglich. Die Vorsaison hat aber auch gezeigt, dass eine einzige schwache Runde reichen kann, um den Titel wieder aus der Hand zu geben. Konstanz ist das Schlüsselwort.

Der Spielplan der Bezirksliga (10 Teams, 9 Runden):

- Runde 1 – 20.09.2026
- Runde 2 – 11.10.2026
- Runde 3 – 08.11.2026
- Runde 4 – 06.12.2026
- Runde 5 – 10.01.2027
- Runde 6 – 31.01.2027
- Runde 7 – 07.03.2027
- Runde 8 – 18.04.2027
- Runde 9 – 09.05.2027

Bei zehn Mannschaften und neun Runden spielt jedes Team einmal gegen jedes andere – für den Titel zählt am Ende jeder Brettpunkt, wie das Vorjahr schmerzhaft gezeigt hat.

Löhne II: Kampf in einer dichten Bezirksklasse

Ganz anders die Geschichte der Zweiten. Ein Jahr zuvor noch mit nur vier Punkten Vorletzter, gelang in der Bezirksklasse zuletzt der überraschende Sprung auf Rang drei – dank vier knapp gewonnener Kämpfe und einem Remis (9:5 Punkte). Auf diesem Schwung will das Team aufbauen, doch die Aufstellungen zeigen: einfach wird das nicht.

Das Kräfteverhältnis nach DWZ-Schnitt (Bezirksklasse Porta 2026/27):

1. SC Springer Schnathorst – Ø 1772
2. SG Kirchlengern II – Ø 1690
3. SG Freibauer Lübbecke II – Ø 1686
4. SC Porta Westfalica III – Ø 1671
5. SG Löhne II – Ø 1632
6. Herforder SV Kö.Spr. IV – Ø 1631
7. SK Minden III – Ø 1605
8. SG Hücker-Aschen III – Ø 1600
9. SG Enger-Spenge III – Ø 1547

Zwei Dinge stechen heraus. Erstens: SC Springer Schnathorst ist mit einem Schnitt von 1772 der klare Klassenprimus, es ist jedoch anzunehmen, dass wie in der letzten Saison die besten Spieler öfter nicht antreten werden. Dahinter ist das Feld extrem eng. Zwischen Rang zwei (Kirchlengern II, 1690) und Rang acht (Hücker-Aschen III, 1600) liegen keine 90 Punkte. Das ist auch eine Folge der vor kurzen erfolgten Reform der Deutschen Wertungszahlen, die niedrige Werte stärker angehoben und die Abstände zwischen den Ratings verkleinter hat. Löhne II reiht sich hier auf dem Papier als Fünfter ein – mitten in einem dichten Verfolgerfeld, in dem Tagesform und Aufstellung entscheiden werden.

Das realistische Ziel für Löhne II lautet daher: sich im Mittelfeld festsetzen und die engen Kämpfe wieder auf die eigene Seite ziehen. Ein erneuter Podestplatz erscheint unwahrscheinlich, da leider auch hier viele der gemeldeten Spieler nicht immer dabei sein werden.

Der Spielplan der Bezirksklasse (9 Teams, 9 Runden):

- Runde 1 – 06.09.2026
- Runde 2 – 27.09.2026
- Runde 3 – 01.11.2026
- Runde 4 – 13.12.2026
- Runde 5 – 24.01.2027
- Runde 6 – 14.02.2027
- Runde 7 – 14.03.2027
- Runde 8 – 25.04.2027
- Runde 9 – 23.05.2027

Bei neun Mannschaften hat jedes Team pro Durchgang einmal spielfrei. Für Löhne bedeutet der Auftakt am 6. September zugleich: Die Zweite eröffnet zwei Wochen vor der Ersten die Saison des Vereins und spielt direkt gegen einen der Favoriten.

Die entscheidende Variable: die Besetzung

Beide Mannschaften können vorerst weiter gemeldet werden, doch der Verein sucht ausdrücklich nach Verstärkung. Für eine Erste mit klaren Aufstiegsambitionen und eine Zweite, die zuletzt teils von unvollständigen Gegner-Aufstellungen profitierte, ist eine stabile, vollständige Besetzung der wichtigste Hebel überhaupt. Wer Interesse am Vereinsschach hat, ist am Spielabend jederzeit willkommen.

Rahmen und Termine

Gespielt wird traditionell in der AWO-Tagesstätte Mennighüffen, Spielabend ist freitags ab 19:30 Uhr. Parallel zum Ligabetrieb läuft das Vereinsleben weiter: Die neue Vereinsmeisterschaft startet am 11. September 2026, weitere Runden folgen im Zwei-Wochen-Rhythmus über den Herbst.