Vier Remisen, aber nur ein Sieg – SG Löhne verliert 3:5 gegen Enger-Spenge II
Am Ende gab es für Löhne I einen Sieg, vier Remisen und drei Niederlagen, was zu einer knappen 3:5-Heimniederlage führte. Die vier Punkteteilungen gingen weitgehend in Ordnung, in den drei verlorenen Partien kippten die Stellungen dagegen jeweils unerwartet.
Brett 1 – Karl-Heinz Loschinski (schwarz) – Carlos Melgarejo: Remis
Die Abtauschvariante des Caro-Kann nahm der Partie früh die Spannung. Der Verlauf blieb durchgehend ausgeglichen, bereits nach 15 Zügen einigten sich beide auf die Punkteteilung.
Brett 2 – Wolfgang Salzwedel (weiß) – Seyfettin Kara: 0:1
Nach Nimzowitsch-Verteidigung hatte Wolfgang nach 12. … f6 die bessere Stellung in der Hand: Schwarz hatte die eigene Königsstellung geschwächt. Ein Bauernabtausch im 15. Zug neutralisierte die Partie wieder, und mit 24. g3 kippte sie endgültig. Die schwarze Dame drang über h3 in die Rochadestellung ein, unterstützt von Turm und Springer – dagegen gab es kein Gegenmittel mehr.
Brett 3 – Viktor Teichrib (schwarz) – Heinz Schmidt: 0:1
Gegen Viktors Sizilianisch baute Weiß mit verdoppelten Türmen auf der e-Linie und der Dame auf a5 Druck auf. Mit dem Bauernvorstoß auf f5 im 22. Zug schwächte Viktor dann die eigene Königssicherheit – ein Fehler, der die Partie kippen ließ. Dame, Springer und die Doppeltürme nahmen den rochierten König unter Feuer, und im 26. Zug hätte ein Einschlag des Läufers auf d5 ein forciertes Matt ergeben. Schmidt zog jedoch zunächst den Turm vor und spielte Lxd5 erst einen Zug später. Viktor gab daraufhin auf, in der Annahme, das Matt sei nicht mehr zu vermeiden. Die Analyse zeigt, dass es eine Rettung gegeben hätte: ein Damenopfer, das eine eigene Mattdrohung aufbaut. Nach dem folgenden Abtausch hätte Viktor nicht nur das Matt verhindert, sondern zwei Türme gegen die weiße Dame und dazu einen Läufer mehr gehabt. Ein Zug aus der Kategorie „für den Computer selbstverständlich, für Menschen am Brett kaum zu finden".
Brett 4 – Ralf Blome (weiß) – Michael Scholz: Remis
Gegen die Französische Verteidigung entwickelte sich eine ausgeglichene Partie ohne größere Schwankungen. Nach dem Abtausch des meisten Materials war im 23. Zug Schluss – Remis.
Brett 5 – Alexander Rodermann (schwarz) – Dirk Niehaus: Remis
In einer Benoni-Eröffnung lagen die leichten Vorteile zunächst bei Weiß, später bei Schwarz. Im 14. Zug empfahl der Computer einen Bauernvorstoß am Königsflügel, getragen vom Läuferpaar. Stattdessen kam es zum Abtausch, und kurz darauf war die Stellung ausgeglichen und der Punkt geteilt.
Brett 6 – Philip Mantle (weiß) – Thomas Weitkamp: 0:1
Im angenommenen Damengambit schlug Philip im 6. Zug mit der Dame auf b7, räumte den Bauern ab und nahm gleichzeitig den Turm auf a8 ins Visier. Der Gegner konterte, indem er die Dame mit dem Läufer auf der langen Diagonalen angriff. Ein Rückzug wäre jetzt nötig gewesen – Philip wollte den Druck aber aufrechterhalten und gab stattdessen Schach mit dem Läufer. Am Ende der Abwicklung stand ein Abtausch von Dame gegen Turm, und damit war die Partie entschieden.
Brett 7 – Manuel Rüter (schwarz) – Rainer Neudorf: Remis
Nach Skandinavischer Verteidigung rückte Rüter am Damenflügel mit den Bauern vor, um den weißen Läufer auf b3 einzufangen – was nicht aufging. Weiß wiederum ließ seine Chancen liegen: Im 12. Zug hätte der Vorstoß des Zentrumsbauern laut Computer deutlichen Vorteil gebracht, gespielt wurde aber der Randbauer nach a4. Auch einen Zug später wäre d5 noch möglich gewesen, es folgte jedoch c4. Und im 20. Zug blieb ein Schwenk der Dame zum Königsflügel ungenutzt. Im 24. Zug wurde in ausgeglichener Stellung Remis vereinbart – gegen einen um 139 Punkte höher bewerteten Gegner ein gutes Ergebnis.
Brett 8 – Ben Tacke (weiß) – Stephan Pleines: 1:0
Der einzige Löhner Sieg kam von einem Nachwuchsspieler, der erst seit kurzem im Verein ist – und es war zugleich die wildeste Partie des Tages. Aus dem Damengambit heraus stand Ben schnell deutlich besser. Im 12. Zug hätte eine Springergabel den Vorteil weiter ausgebaut; stattdessen gab er einen Springer für einen Bauern, um den Angriff am Laufen zu halten. Die Gabel kam zwei Züge später doch hatte Schwarz inzwischen Gegenspiel. Der folgende Damentausch ließ den Angriff verpuffen, und durch das Materialplus drehte sich der Vorteil zum Gegner. Nach weiteren Abtauschen standen ein Turm und zwei Freibauern gegen drei Figuren, und der Computer sah Schwarz zwischenzeitlich sieben Bauerneinheiten vorn. Die richtigen Züge fand der Gegner aber nicht: Während Ben seine Freibauern vorschob, versuchte Schwarz sie mit dem König aufzuhalten, statt die Mehrfiguren in Stellung zu bringen. Im 34. Zug kippte die Bewertung erneut – diesmal zurück auf Gewinn für Ben. In den folgenden vier Zügen räumte er sämtliche gegnerischen Figuren vom Brett, und der Freibauer lief durch. Ein Einstand nach Maß.
Tabelle und Ausblick
Mit 1:3 Mannschaftspunkten und 7,0 Brettpunkten rutscht die SG Löhne auf Platz 7 ab. Das angepeilte Saisonziel, um die Meisterschaft und den Aufstieg in die Verbandsklasse mitzuspielen, rückt damit erst einmal in weite Ferne. An der Spitze stehen SG Bünde V (4:0, 10,5 BP) und SG Hücker-Aschen II (4:0, 10,0 BP), dahinter mit jeweils 3:1 Proleter Westfalen, der aktuelle Gegner SG Enger-Spenge II und der Herforder SV Königsspringer III.
In den übrigen Partien des Spieltags gewann Herford III mit 4,5:3,5 gegen SV Oetinghausen I, SG Hücker-Aschen II setzte sich 5:3 bei SV Bad Oeynhausen II durch, SG Bünde V schlug SV Rochade Rödinghausen mit 5,5:2,5, und Proleter Westfalen kam gegen SG Bünde IV – auch dank dreier kampflos gewonnener Bretter – zu einem 6,5:1,5.
Weiter geht es am 8. November mit dem Auswärtsspiel bei der SG Bünde IV, die nach zwei Spieltagen noch ohne Mannschaftspunkt das Tabellenende bildet. Eine gute Gelegenheit, die ersten Zähler nachzulegen.