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Klarer Auswärtssieg: SG Löhne II gewinnt 5,5:2,5 beim SK Minden III

Nach der knappen Heimniederlage gegen Porta Westfalica hat sich die zweite Mannschaft der Schachgemeinschaft Löhne eindrucksvoll zurückgemeldet. Am 3. Spieltag der Bezirksklasse setzte sich das Team am 1. November 2026 beim SK Minden III deutlich mit 5,5:2,5 durch und steht nun bei 4:2 Mannschaftspunkten.

Der erste Punkt war schnell verbucht – allerdings ohne einen einzigen Zug: Der Gegner von Amir Duisenbin an Brett fünf war nicht erschienen. Doch auch ein kampfloser Punkt gibt einer Mannschaft Rückenwind. Kurz darauf glichen die Gastgeber aus, als sich Olaf Funke an Brett drei dem nominell deutlich stärkeren Sven Scheibe früh geschlagen geben musste. Die erneute Führung besorgte Sven Peters an Brett vier gegen Andreas Bode: „Mir gelang es heute, mit Schwarz die Angriffspläne meines Gegners zu parieren und meinen Läufer später im Spiel so taktisch zu positionieren, dass mein Kontrahent aufgab.“

Dann schlug die Stunde der hinteren Bretter. Obwohl sich die Wertungszahlen der Mindener durchaus sehen lassen konnten, zeigte sich hier die Breite des Löhner Kaders. Ben Tacke bekam es an Brett sechs im Damengambit mit David Rempel zu tun, der früh seine Bauern nach vorne schickte. Im 22. Zug gewann Tacke einen Springer. Zwar räumte sein Gegner anschließend am Königsflügel die Bauern ab, doch Tacke stoppte den Vormarsch dort und setzte Rempel schließlich auf der Grundreihe matt – sein zweiter Sieg im zweiten Einsatz.

An Brett acht wählte Mika Schewe gegen Leonardo Tran die Königsindische Verteidigung. Schon nach einem Bauernvorstoß im 13. Zug sieht der Computer ihn klar im Vorteil, sein Gegner stand recht passiv. Nach einer Reihe von Abtäuschen gewann Schewe im 19. Zug mit einer Springergabel auf Turm und Läufer die Qualität, doch das Endspiel zog sich noch eine Weile hin: Weiß kam zu zwei isolierten Freibauern am Königsflügel, während Schewes Turm am Damenflügel die gegnerischen Bauern abräumte. Mit dem König hielt Schewe die weißen Freibauern auf und war seinerseits als Erster mit der Bauernumwandlung zur Stelle. Harald Schleef gewann an Brett sieben sicher gegen Tim Frederick Viermann. Mit ihm und Mika Schewe saßen zwei Spieler zum ersten Mal in dieser Saison für die Zweite am Brett – ein gelungener Einstand. Beim Stand von 5:1 war der Mannschaftssieg damit unter Dach und Fach.

Am Spitzenbrett lieferte sich Jürgen Herman mit Teimuraz Kurdadze ein ausgesprochen ruhiges Damengambit. Kurdadze fianchettierte beide Läufer, die später abgetauscht wurden. Mit sämtlichen Bauern noch auf dem Brett standen sich zwei Mauern gegenüber, und wer sich zuerst bewegt hätte, hätte verloren. Die Engine bescheinigt der Partie schon ab dem 10. Zug ein solides Remis. Herman hielt die Stellung mit Blick auf den Mannschaftsstand bewusst geschlossen und nahm es mit Humor: Selbst die KI habe die Partie langweilig gefunden. Die Punkteteilung brachte das 5,5:1,5.

Als Letzter war André Fronk an Brett zwei fertig, und seine Partie verlief kurios. In der Sizilianischen Verteidigung brachte Reinhard Mischke früh die Dame ins Spiel, doch Fronk konterte: Mit einer Abtauschkombination gewann er bereits im 9. Zug einen Springer und hielt seinen Gegner danach so beschäftigt, dass dieser kaum vom Brett aufstehen konnte. Lange stand Fronk mit der Mehrfigur auch strukturell besser. Mischke räumte jedoch am Damenflügel die Bauern ab und bildete zwei verbundene Freibauern auf der a- und b-Linie. Im Übergang vom Mittel- ins Endspiel schlichen sich Fehler ein – die letzte Gelegenheit, die Bauern zu stoppen, bot sich im 37. Zug, doch schließlich musste Fronk zwei Figuren für die beiden Bauern geben. Mit vier Bauern gegen Läufer und drei Bauern war das Endspiel nicht mehr zu halten. Ein ärgerlicher Punktverlust, der am klaren Gesamtergebnis aber nichts mehr änderte.

In der Tabelle belegt die SG Löhne II mit 4:2 Mannschafts- und 14 Brettpunkten Platz vier – punktgleich und nur einen halben Brettpunkt hinter der SG Hücker-Aschen III. An der Spitze liegen weiterhin der Herforder SV Königsspringer IV und der SC Porta Westfalica III, beide noch ohne Verlustpunkt. Am 13. Dezember hat die Zweite spielfrei. Weiter geht es am 24. Januar 2027 mit dem Heimspiel gegen den aktuellen Tabellendritten SG Hücker-Aschen III.